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Tempel im Judentum
- die jüdischen Gotteshäuser ersetzen heute Synagogen
Debora Lapide
02.07.2012 - 18:25

Zur Geschichte des Judentums gehören zwei Tempel. In ihnen feierten die Juden ihre Gottesdienste. Die Tempel standen nacheinander an derselben Stelle auf dem heutigen Tempelberg in Jerusalem. Beide Gotteshäuser wurden mutwillig von Feinden zerstört.

Den ersten Tempel ließ vor etwa 3.000 Jahren König Davids Sohn Salomo errichten. Als Bauplatz wählte er den Ort, der Juden schon damals heilig war, denn dort hat Gott einst Abraham auf eine harte Probe gestellt. Abraham gilt als Urvater der Juden, Christen, Muslime und Bahai. Laut Überlieferung soll Gott von Abraham verlangt haben, auf dem Tempelberg seinen Sohn zu opfern. Voller Verzweiflung aber auch voller Vertrauen soll Abraham dazu bereit gewesen sein. Die Bibel erzählt, dass Gott ihn erst im letzten Moment stoppte. Abraham hatte die Prüfung bestanden und bekam seinen Sohn zurück.

Im Allerheiligsten des Ersten Tempels stand eine goldene Truhe. Sie hieß Bundeslade. In ihr bewahrten die Juden die Steintafeln mit den Zehn Geboten auf, die Mose nach dem Glauben der Juden und Christen auf dem Berg Sinai von Gott erhalten hatte. Im Jahr 587 vor Christi Geburt zerstörten die Babylonier den Ersten Tempel der Juden. Damals verschwand auch die Bundeslade. Der Prophet Jeremia soll sie vor den Feinden versteckt haben. Seither ist sie verschwunden.

Im Jahr 520 vor Christus begann der Wiederaufbau des Tempels. Das dauerte ungefähr fünf Jahre. Dann wurde der Zweite Tempel eingeweiht. Diese Geschichte steht in der Hebräischen Bibel in den Büchern „Esra“ und „Nehemia“. Die beiden haben den Wiederaufbau des zerstörten Ersten Tempels veranlasst.

500 Jahre später herrscht König Herodes über das Land. Er lässt den Tempel aus- und umbauen.  Im Jahr 70 nach Christi Geburt zerstörten die Römer den heiligen Tempel und damit das Gotteshaus der Juden erneut.

Ein drittes Mal wurde der Tempel nicht wieder aufgebaut. Ihre Gottesdienste feiern Juden heute in der Synagoge.

Der Westteil der Mauer, die das Tempelgelände damals umgab, steht aber heute noch. Juden nennen die Westmauer Kotel. Sie ist auch als Klagemauer bekannt. Viele Juden kommen dorthin, um zu beten. Für jüdische Jungen ist es ein besonderes Erlebnis, wenn sie dort ihre Bar Mizwa feiern dürfen. Aber auch viele Touristen besuchen den Ort täglich. 

Neben der Klagemauer stehen auf dem Tempelberg heute der Felsendom und die al Aqsa-Moschee der Muslime. Sie erinnern an die Midschra, Mohammeds Himmelfahrt zu einigen Propheten und Allah.
 

Eure Fragen zu jüdischen Tempeln


Warum wurden die beiden jüdischen Tempel zerstört?
Warum wird der Tempel in Jerusalem nicht wieder aufgebaut?
Welche politische Bedeutung hatte der Tempel denn zur Zeit Jesu?
Warum wurde die Klagemauer gebaut?