Nach einer Geschichte in der jüdischen und christlichen Bibel wollte Jona sich einmal vor einer Aufgabe drücken, die er von Gott erhalten hatte. Erst nach ungewöhnlichen Ereignissen besann er sich und fand zu Gott zurück.
Nach der Erzählung erhielt Jona von Gott den Befehl, in die Stadt Ninive zu reisen. Sein Auftrag lautete: „Auf! Geh nach Ninive, in die große Stadt, und rede ihr ins Gewissen! Ihr böses Tun ist mir zu Ohren gekommen." Jona sollte die Menschen also davon abbringen, Böses zu tun. Doch der Auftrag war ihm unangenehm. Daher bestieg er ein Schiff in eine andere Richtung, um sich heimlich davon zu stehlen. Gott sah ihn jedoch und ließ ihm seine Flucht nicht durchgehen. Er schickte einen schrecklichen Sturm über das Meer. Die wogenden Wellen ließen das Schiff fast untergehen. Die Menschen auf dem Schiff waren sich sicher, der Sturm könnte aufhören, wenn sie jemanden über Bord warfen. Also losten sie und das Los fiel auf Jona. So schnappten sie ihn und warfen ihn über Bord. Und der Sturm hörte tatsächlich auf.
Im Wasser schwamm, ebenfalls im Auftrag Gottes, gerade ein großer Fisch vorbei. Er verschluckte Jona mit Haut und Haaren. Drei Tage und Nächte lang saß Jona im Bauch des Tieres, betete und dachte nach. Dann spuckte der Fisch den quicklebendigen Jona an Land.
Kurz darauf wiederholte Gott seinen Befehl. Diesmal gehorchte Jona zunächst und zog los. Doch insgeheim hoffte er, dass die Menschen ihm nicht glauben und von Gott eine schreckliche Strafe erhalten würden. Dieses Schauspiel wollte er sich nicht entgehen lassen. Doch daraus wurde nichts. Die Bürger von Ninive bereuten ihre bösen Taten und wandten sich dem einen Gott zu. Er nahm ihre Reue an und verschonte sie.
Die Geschichte steht in der hebräischen Bibel im Buch Jona in Kapitel 2. In der christlichen Bibel umfasst sie das gesamte Buch Jona, also Jona 1-4.
Weil es darin um Reue und Umkehr geht, lesen Jüdinnen und Juden die Erzählung in jedem Jahr an ihrem Versöhnungstag Jom Kippur im Gottesdienst vor.
