Zwei Jungen spielen die Langhalslaute Saz.
Dilek Yildiz
Cem-Zeremonie
- auch in der Versammlung der Aleviten sind alle gleichberechtigt
06.07.2016 - 15:09
Aleviten treffen sich mehrmals im Jahr zu einer Cem-Zeremonie. Dort beten sie gemeinsam, besprechen Fragen und Probleme der Teilnehmer und der Gemeinde, ehren ihre Heiligen und teilen das gesegnete Mahl.

Aleviten glauben, dass in jedem Menschen göttliche Kraft steckt. Daher spielt die Gleichberechtigung aller Menschen für sie eine sehr große Rolle. Das gilt auch für alle Teilnehmer und alle Teile des Cem. Cem bedeutet wörtlich „Zusammenkommen“.

Die Leitung der Versammlung übernimmt entweder eine Geistliche, die Ana, oder ein Geistlicher. Ihn nennt man Pir, Dede oder Baba. Einer von ihnen holt zu Beginn des Cem das Einvernehmen der Anwesenden ein, das Rızalık. Anschließend leitet sie oder er die Cem-Zeremonie ein. Ihr Platz dabei heißt „Post“.

Wenn der Raum es zulässt, sitzen die Teilnehmer im Halbkreis um die Ana oder um den Dede  herum. So können sich alle gleich gut sehen und beteiligen und es gibt weder eine zweite Reihe, noch einen Anfang oder ein Ende. Diese gleichberechtigte Sitzordnung von Angesicht zu Angesicht nennen Aleviten „Cemal Cemale“. Manchmal ist sie aus Platzgründen allerdings nicht möglich. Dann sitzt ein Teil der Teilnehmer doch in der zweiten oder dritten Reihe.

Ein wichtiger Teil des Cem ist das Semah. Dabei drehen sich die Aleviten zu den Klängen einer Laute im Kreis. Das Instrument heißt Saz. Auch verschiedene Rituale und religiöse Gesänge gehören zum Cem. Die Themen sind dabei immer wieder Nächstenliebe, Gleichberechtigung und Einheit. Sie sollen alle Teilnehmer daran erinnern, sich im Alltag fair und hilfsbereit zu verhalten.

In den Aussprachen der Gemeinde wird der Cem fast zu einem Gericht, denn dort bekennen sich Teilnehmer auch zu schlechten Taten.

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