Beschneidung im Judentum

- die Brit Mila verbindet mit Gott
Ein jüdischer Beschneider bei der Beschneidung eines jüdischen Jungen.
© epd-bild/Foto: Herby Sachs
Wenn eine Mutter Jüdin ist, dann ist auch ihr Baby von Geburt an jüdisch. Den Bund mit Gott besiegelt bei Jungen die Beschneidung. Diese Tradition heißt auf Hebräisch Brit Mila. Für Juden gilt sie als Zeichen dafür, dass der jüdische Glaube nun auch in der nächsten Generation weiter lebt. Darum ist sie Juden sehr wichtig.
Bei der Beschneidung wird dem Jungen am achten Lebenstag die Vorhaut entfernt. In Ausnahmefällen wird die Brit Mila verschoben, zum Beispiel wenn das Baby krank oder für den Eingriff noch zu schwach ist. Wenn ein Mann erst später den jüdischen Glauben annimmt, zeigt er seine Zugehörigkeiten zum Bund mit Gott ebenfalls mit der Beschneidung.

Manche jüdische Familien verschieben die Brit Mila heute auch, damit sich ihre Söhne später selbst für oder gegen den jüdischen Glauben und das Ritual der Beschneidung entscheiden können. Sie diskutieren auch darüber, ob es in Zukunft überhaupt noch Beschneidungen an Kindern geben soll.

Eure Fragen zur Beschneidung im Judentum


Was geschieht bei der Brit Mila?
Warum werden jüdische Jungen meistens am achten Lebenstag beschnitten?


Judentum
Autoren Jane Baer-Krause, dl
 
Quellen 
 
Bildnachweise 

Kommentare

Warum macht man sowas? - Jana

Das steht oben im Text - lies noch einmal genau. - Barbara

Müssen erwachsene Männer, die zum Judentum konvertieren, auch beschnitten werden, um ein richtiger Jude zu sein? Und wie ist das im Islam, wenn man da als erwachsener Mann hinkonvertiert. Wird man dann auch beschnitten? - chac

Hallo Chac, ja, wenn ein Mann Jude werden möchte, legt er vor drei Rabbinern eine Prüfung ab, lässt sich dann beschneiden und besteigt anschließend das Tauchbad. Es heißt Mikwe. Männer, die den Islam annehmen, lassen sich ebenfalls häufig beschneiden, dort ist es aber keine Pflicht. - Debora und Annett

Und tut das denn nicht weh? Mir würde das wehtun! - Laula-B

Hallo Laula-B, da hast du Recht: Eine Beschneidung ist sicher schmerzhaft, denn es entsteht auch eine Wunde, die erst wieder heilen muss. - Barbara

Wer gibt diesen Leuten das Recht, diesen gesunden Jungs etwas abzuschneiden? Und das ganz ohne Narkose? Das sind unvorstellbare Schmerzen. Wobei man animmt, dass Kleinkinder ein extremeres Schmerzempfinden als Erwachsene haben (...) Wir sind im Jahr 2018... da fehlen mir echt die Worte! - Anna

Dann kannst du aber auch fragen, mit welchem Recht viele Eltern ihre Kinder schlagen, wenn sie was falsch gemacht haben. Bei den Juden ist die Beschneidung nun mal Tradition und ein großer Bestandteil ihres religiösen Lebens. Im Jahr 2018 klingt das sehr brutal, aber seit Jahrhunderten ist es eben Tradition. - Chris

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