3-D-Darstellung eines menschlichen Herzens.
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Organspende im Judentum
- für Orthodoxe nach dem Tod ein Tabu
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Eine Organspende kann das Leben anderer Menschen retten. Gespendet und transplantiert werden können: Herz, Lunge, Niere, Leber, Bauchspeicheldrüse (Pankreas), Dünndarm und Gewebe.
28.09.2016 - 16:02

Viele Juden werben für eine Haut-, Blut- oder Knochenmarkspende von gesunden Menschen. Über die Organspende nach dem Tod sind jüdische Gelehrte geteilter Meinung. Orthodoxe Juden lehnen Organspenden nach dem Tod strikt ab, viele liberale Juden setzen sich auch dafür ein.

Der Knackpunkt: Aus medizinischer Sicht ist ein Mensch tot, wenn sein Gehirn nicht mehr arbeitet. Nach jüdischem Glauben erlischt das Leben aber erst nach dem letzten Herzschlag. Wenn der Kreislauf nicht mehr funktioniert, sterben aber auch die Organe schnell ab und können niemanden mehr retten. Eine Ausnahme ist nur die Hornhaut der Augen.

Viele orthodoxe Juden haben noch einen weiteren Einwand. Nach ihrer Überzeugung haben die Menschen ihren Körper nur von Gott geliehen. Und was man geliehen hat, sollte man pflegen und in gutem Zustand zurückgeben. Daher ist ihnen die Bestattung eines unversehrten Körpers sehr wichtig und das macht eine Organspende unmöglich.
Viele liberale Juden sehen das anders. Sie halten es für wichtiger, einen Menschen zu retten als einen unversehrten Körper zu bestatten.
 

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