Warum haben Juden einen Gebetsschal?

Eine junge, betende Frau trägt den jüdischen Gebetsschal Talit an der Klagemauer in Jerusalem.
epd-bild/Debbie Hill
Eine junge, betende Frau trägt einen Talit an der Klagemauer in Jerusalem.

Hallo Huda. Der jüdische Gebetsschal heißt Tallit. Ein Tallit wird von religionsmündigen, jüdischen Erwachsenen vor allem während des Morgengebets getragen. Er ist viereckig und besteht entweder aus tierischem (Wolle oder Seide) oder pflanzlichem Material (Baumwolle oder Leinen). Es gibt verschiedene Größen, Muster und Farben – entweder gemäß der eigenen jüdischen Tradition oder einfach nach dem eigenen, individuellen Geschmack.

Das Wesentliche an einem Tallit sind vier Fäden, die sich jeweils an den Ecken des Tallit befinden. Ein solcher Faden heißt Zizit, Plural Zizijot. Jeder dieser Schaufäden ist 39-fach geknotet. Das Gebot einen Tallit, ein viereckiges Kleidungsstück, mit Zizit, Schaufäden, zu tragen, stammt aus der Tora. Die Zizit mit ihren Knoten sollen den Träger durch ihre Sichtbarkeit an das Einhalten der Gebote erinnern. Aus diesem Grund tragen viele Juden auch außerhalb des Gebets den ganzen Tag einen kleinen Tallit, den Tallit katan.