Aschura

- denken Schiiten an den Tod von Husain
Süße Suppe aus Früchten, Nüssen und Gewürzen - abgefüllt in kleinen, durchsichtigen Kunststofftöpfchen.
© Muhammet Türkgeldi/www.harmonie-ev.de
Am Aschura-Tag trauern viele Schiiten um den 3. Imam Husain ibn ’Ali. Auch für viele Sunniten ist der 10. Muharram wichtig. Sie verbinden mit ihm jedoch Geschichten über zwei ganz besondere Rettungen. Diese Geschichten kennen auch Juden, Christen, Aleviten und Bahai aus ihren heiligen Schriften. Für alle sind sie eine Erinnerung daran, dass sie Gott immer vertrauen können.

Viele Schiiten treffen sich am Aschura-Tag in der Moschee. Dort und auch anderswo hören und singen sie traurige Lieder. Manche essen anschließend gemeinsam. Mit den Liedern und der im Namen des 3. Imam gesegneten Speise erinnern sich die Schiiten an Husain ibn ’Ali. Er war ein Enkel des Propheten Mohammed und der dritte von 12 Imamen. Vor mehr als 1.300 Jahren wurde er in einer Schlacht bei Karbala getötet. Dort wollte er gemeinsam mit anderen Männern ungerechte Herrscher stoppen und den Glauben des Propheten Mohammed verteidigen. Seither ist Husain ibn ’Ali für Schiiten ein Märtyrer.  Das ist im Islam ein Mensch, der bei der Ausübung seiner Religion von Gegnern des Islam getötet wird, zum Beispiel in einem Gefecht oder bei einem Anschlag.
In einigen muslimischen Ländern fügen sich manche schiitische Männer am Aschura-Tag selbst Verletzungen zu. Damit wollen sie ihren Schmerz und ihre Verbundenheit mit Husain ibn ’Ali ausdrücken. In den meisten anderen Ländern ist dieses Ritual heute verboten.

Auch Aleviten kennen Husain ibn ’Ali. Sie nennen ihn Hüseyin und feiern zu seinen Ehren drei Tage später das Asure-Fest.

Eure Fragen zu Aschura


Feiern Sunniten auch Aschura?  

Viele Sunniten feiern am 10. Muharram zwei ganz besondere Rettungen. Diese Geschichten kennen auch Juden, Christen, Aleviten und Bahai aus ihren heiligen Schriften. Sie alle erinnern die Menschen daran, dass sie Gott immer vertrauen können.

Die erste Geschichte erzählt von Noah und seiner Arche. Danach hat Gott Noah vor einer großen Sintflut dazu aufgerufen, ein riesiges Schiff zu bauen. Darauf sollte er seine Familie und  von jeder Tierart ein Paar in Sicherheit bringen. Das Schiff hieß Arche. Weil Noah Gott vertraute und tat, was Gott ihm geraten hatte, haben Noah, seine Familie und die Tiere die gewaltigen Unwetter überlebt.
Manche sunnitischen und auch schiitische Familien erinnern sich gerne mit einem besonderen Essen an diese Geschichte. Sie laden sich gegenseitig zu „Noahs Suppe“ ein. Sie heißt auch Aschura-Suppe und ist aus vielen Früchten und Nüssen zubereitet und sehr süß. Eine besondere Tradition ist es, die Suppe auch an Freunde und Verwandte zu verteilen.

Andere Sunniten denken am 10. Muharram vor allem daran, dass Mose das Volk Israel einst über einen ganz besonderen Fluchtweg vor ihren Verfolgern in Sicherheit gebracht haben soll. Nach dieser Geschichte rief Mose die Menschen in Ägypten dazu auf, nicht ihrem Herrscher, dem Pharao, zu folgen, sondern an Gott zu glauben. Das machte den Pharao sehr wütend und er schikanierte die Anhänger von Mose immer mehr. Viele Menschen vertrauten nun erst recht auf Gott. Darum folgten sie Mose, als er sie zur Flucht aus Ägypten aufrief. Unterwegs gerieten sie in eine gefährliche Lage. Der Pharao und seine Soldaten waren ihnen schon dicht auf den Fersen. Da versperrte ihnen plötzlich das weite und tiefe Meer den Weg. Eine große Angst überfiel die Menschen. Mose versuchte, sie zu beruhigen. Er bat sie, auf Gott zu vertrauen. Und tatsächlich: Im letzten Augenblick wies Gott Mose an, mit einem Stock aufs Meer zu schlagen. Mose tat, was Gott ihm riet. Da spaltete sich das Meer vor den Menschen und in letzter Sekunde gelang ihnen auf diesem ungewöhnlichen Weg über den Meeresboden die Flucht. Hinter ihnen schlossen sich die Wellen wieder und Mose und seine Anhänger waren gerettet.
Diese Geschichte steht im Koran in der Sure 26, Vers 63-68.

Weil Mose damals aus Dankbarkeit für die Rettung am 10. Muharram gefastet haben soll, tun manche Sunniten das auch heute noch. Dafür verspricht ihnen ein Hadith ihres Propheten Mohammed auch die Befreiung von allen Sünden des vergangenen Jahres.  Das gilt nach ihrem Glauben aber nur für diejenigen, die ihre Sünden auch wirklich bereuen.

Ist Aschura für Muslime das gleiche wie für Juden das Pessachfest?

Islam
Autoren Jane Baer-Krause, hm, ar,
 
Bildnachweise 

Kommentare

Was bedeutet Aschura? - Mori

Aschura ist Arabisch und heißt zehn. Der Aschura-Tag ist der zehnte Tag des Monats Muharram. Muharram ist der erste Monat des islamischen Kalenders. - Barbara

Wann ist der Aschura-Tag? - anonym

Der Aschura-Tag ist immer am 10. Muharram. Er fällt 2017 auf den 30. September. - Jane

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